13. Station: Familienbesuch bei Hassan

Dort, wo man auf Marokko pur trifft, gibt es viiiiele Geschichten...

Zum Beispiel gäbe es da die lange Geschichte, wie wir vor vielen Jahren überhaupt zu diesem Ort am Rande von Nirgendwo kamen und wie wir dort an Hassan gerieten, der uns den dicken Floh ins Ohr gesetzt hatte, mit Touristen in sein Dorf zu kommen... aber entweder ihr wart schon mit und kennt die Geschichte oder ihr sollt noch mitfahren und werdet sie vor Ort selbst erfahren :) Seitdem gehören wir jedenfalls mit zur Familie....

Ein ganz besonderes Erlebnis hatte eine Marokkogruppe im Winter 2017/ 18.  Die Gruppe war spontan zu einer Hochzeit ein Dorf weiter eingeladen worden. Da es immer später wurde und nicht alle so "mutig" waren, um der Einladung zu folgen, waren wir am Ende nur drei Frauen und ein Mann. In Marokko wird Hochzeit (zumindest auf dem Land) aber noch geschlechtergetrennt gefeiert und so musste der arme einzelne Mann mit in den Raum mit den ganzen ihm natürlich fremden marokkanischen Männern, die nichts anderes taten, als an ihrem Glas Tee zu nippen und auf amazirght oder arabisch miteinander zu plaudern. Im Nachbarraum, wo wir drei Frauen zu den Frauen durften, war hingegen der Bär los! Es wurde gesungen, getanzt, getrommelt und gejubelt. Wir durften Teil dieser so ausgelassenen Feier werden und mussten natürlich ebenfalls das Tanzbein schwingen....

es gäbe noch so viel zu erzählen von diesem besonderen Dorf, wo wir immer gern zu Gast sind! Aber nun lass ich noch einmal andere ran.. :)

Steffi und Rüdiger hatten einen Sprung in der Sch....

Wir fuhren auf der Straße N12 von Amtoudi zu Hassan ins benachbarte Tal.

Die Straße an sich war ganz gut, der Rand allerdings grob geschottert.

Uns kam ein Allradfahrzeug entgegen (ich konnte noch erkennen, dass es

ein österreichisches Kennzeichen hatte), das für diese

Straßenverhältnisse viel zu schnell unterwegs war. Das Auto befuhr den

Randstreifen, wobei sich ein Stein aus der Schotterung im groben Reifen

festklemmte und genau zu dem Zeitpunkt, als wir uns begegneten, wurde

der Stein wie ein Geschoss an unsere Frontscheibe geschleudert, sodass

wir sofort ein Loch drin hatten. Wir hielten an, das andere Auto war

längst über alle Berge (hatte nichts davon mitbekommen) und klebten in

unserer Not erst einmal ein Notpflaster auf das Loch. Aber schon ein

paar Kilometer weiter stellten wir fest, dass das Pflaster gar nichts

genutzt hatte. Vom Loch aus ging ein Riss weiter Richtung untere Scheibe

und wir hatten keine Ahnung, wie lange es wohl noch dauern würde, bis

der Riss komplett durch die ganze Scheibe gehen würde. Was sollten wir

tun? Wir hatten in diesem Moment vorerst keine Idee und mussten uns

sputen, weil wir zum festgelegten Termin beim Treffpunkt vor Hassans

Dorf sein mussten.

 

Als wir beim Treffpunkt eintrafen, sahen wir die Straße, die hier ins

Dorf führte und befürchteten das Schlimmste. Es ging sicher 600m über eine

Buckelpiste bis zu Hassans Dorf, der Riss wurde größer und für die nächsten Tage war keine größere Ortschaft in Sicht. So klebten wir das Loch und den Riss vorerst mit Kleber und

Klebestreifen (Danke nochmals an Peter!) und schickten ein paar

Stoßgebete gen Himmel, dass das gut ausgeht, inshalla!

 

Die Fortsetzung der Geschichte kommt erst in Zagora...

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Kommentare: 5
  • #1

    Steffi (Sonntag, 17 Mai 2020 20:20)

    Einen Nachtrag zum Loch in der Scheibe habe ich noch. Zwei Tage später, auf dem Campingplatz in Tata, trafen wir unerwarteterweise auf das österreichische Fahrzeug, das unser Loch verursacht hatte. Andere Mitfahrer unserer Gruppe hatten das Auto auch wiedererkannt und das junge Pärchen daraufhin angesprochen. Später am Tag kamen dann die beiden jungen Leute zu uns ans Womo mit einer Flasche sehr guten Whiskys und einem gefalteten Geldschein und entschuldigten sich in aller Form bei uns. Das fanden wir doch sehr beeindruckend!

  • #2

    Ralph Binder (Montag, 18 Mai 2020 07:34)

    Auch allein unter Männer hat es mir sehr gut gefallen. ( Wäre natürlich lieber bei den Frauen gewesen)Lach.

  • #3

    Eva (Montag, 18 Mai 2020 10:03)

    .. Steffi: das wusste ich gar nicht! Schön die Geste. Und wie ich mich erinnere, habt ihr das über eure Versicherung abwickeln können.


    Lieber Ralph: Wie schön, dich hier zu "treffen" !!! :)
    Das war doch eine lustige Nacht, für uns zumindest ;)

  • #4

    Ralph (Montag, 18 Mai 2020 14:46)

    Liebe Eva,
    ich verfolge den Blog täglich.
    Für mich war es keine lustige Nacht, aber sehr geheimnisvoll, intensiv an Erlebnissen und Gefühlen. Meine Fantasie wurde auch übermäßig beansprucht, da ich nahe an der verschlossenen Türe zum Frauensaal saß, aus der Musik und Gelächter erklang,
    im Gegensatz zu den Männer, da war nur leise Unterhaltung.
    Außerdem habe Ich den ganzen Abend auf die Bauchtänzerinnen gewartet. Lach.
    Wurde leider enttäuscht.

  • #5

    Eva (Dienstag, 19 Mai 2020 09:17)

    Danke Ralph. Auch für eure Treue :) Schön zu wissen!

Das sagen Mitfahrer:

"Euer Konzept 'So viel Leitung wie nötig und so viel Freiheit wie möglich' entsprach voll unserem Anspruch." 

Nicole & Achim aus München

 

"Wir sehen die Menschen in Marokko jetzt mit anderen Augen... es ist ein sehr freundliches und kontaktfreudiges Volk!"

Suzanne & Giancarlo aus der Schweiz

 

"Die Tour war super. Der Wechsel von Aktion und Ruhe, Städtetrubel und Abgeschiedenheit in der Natur, das Zusammentreffen mit Einheimischen, die kulinarischen Höhepunkte - alles war gut ausgewählt und wohl organisiert. Wir hätten viel versäumt ohne Euch!"

Jule und Hans