16. Station: Zagora

Die Fortsetzung der "Scheibengeschichte" von Steffi und Rüdiger...

...spielte sich in Zagora ab, dem Ort am Ende der laaangen Palmenoase im Draa-Tal.

"Als wir in Zagora eintrafen, fuhren wir zuerst zum Markt, der am

Stadtrand liegt. Dort trafen wir auf Mitfahrer unserer Gruppe, die uns

eine Visitenkarte in die Hand drückten mit dem Kommentar. "Hier habt ihr

gleich eine Adresse für eine Werkstatt."

 

Nachdem wir vom Markt zurück auf den Parkplatz zum Womo gelaufen sind,

sprach uns sofort ein Einheimischer an und sagte, er wüsste eine

Werkstatt, die unseren Schaden beheben könne. Wir zeigten ihm die

Visitenkarte, die wir vorher erhalten hatten und er nickte und sagte, er

wolle uns dahin führen. Und so folgtem wir seinem Moped durch die ganze

Stadt zur Autowerkstatt. Er ging hinein und kam mit einem Mann aus der

Werkstatt zurück. Der besah sich die kaputte Scheibe und fragte, ob wir

eine neue Scheibe haben wollten. Nein, das wollten wir nicht! Dann könne

er uns nicht helfen, sagte er. Nun beratschlagten sich die beiden Männer

und unser Mopedguide sagte anschließend, wir sollen ihm folgen. Wir

fuhren wieder kreuz und quer durch die Stadt und landeten auf einem

Hinterhof bei einer Firma für Fenster und Rollläden.

 

Nach einigem Hin und Her der verschiedensten Männer, von denen wir nicht

so genau wussten, wer die alle waren und was die am Auto reparieren

können, kam ein ganz junger Mann mit einer Bohrmaschine an und deutete

an, ein Loch in die Scheibe zu bohren. Wir willigten schließlich ein und

so bohrte der Junge mit der Akkubohrmaschine ein Loch ans Ende des

Risses. Da er aber eine ziemlich schwache Maschine hatte, musste jede

Minute der Akku gewechselt werden und die Prozedur dauerte ziemlich

lange. Vor meinem geistigen Auge sah ich schon ein Riesenloch und einen

noch riesigeren durchgängigen Riss in der Scheibe - aber weit gefehlt!

Als der junge Mann endlich durch die Scheibe durchgebohrt hatte,

verklebte er das Loch mit irgendeiner Masse und wir waren fertig.

 

Nun fuhren wir wieder hinterm Moped hinterher zur Werkstatt 1 und dort

sollten wir bezahlen ( der Junge, der die Arbeit gemacht hat, bekam von

uns kein Geld). Also bezahlten wir an Werkstatt 300DH (ca. 30€) und hoffen, dass

das Geld gerecht aufgeteilt wurde.

 

Auf dem Campingplatz klebten wir anschließend nochmals Sekundenkleber

und Folie auf die Scheibe...und so sind wir heil damit bis nach Hause

gekommen (unser Stoßgebet hat ja wohl doch geholfen?!).

 

Und die Versicherung hat den Schaden nachher übernommen.

 

Happy End in Zagora!"

... und dann noch das:

"Als erstes liefen wir am Rand des kleinen Grundstücks vorbei, das von

dem jungen Mann bearbeitet wurde. Da treffen doch Welten aufeinander!

Ein junger, modisch gekleideter Junge bearbeitet den Acker mit Esel und

einfachsten Werkzeugen, die man bei uns evtl. noch im Museum sehen kann,

sehr bemerkenswert!

 

Mich beeindruckten immer wieder die Frauen, die schwere und auch

sperrige Sachen scheinbar mühelos auf dem Kopf transportieren. Als ich

dieses Foto machte, wollte ich einfach nur zwei Frauen mit ihrer

Kopflast fotografieren. Ganz abgesehen davon, dass mir leider Karin ins

Bild lief, habe ich nicht bemerkt, dass mich die linke Frau beobachtet hat.

 

Wir gingen den gleichen Weg wie die beiden Frauen weiter, als mir

plötzlich etwas Spitzes beim Laufen in die Seite stieß. Da bemerkte ich

erst die Frau mit dem Palmenblätterbündel auf dem Kopf, die mich richtig
mit den harten, kratzigen Blättern piekte. Sie stieß mich immer

wieder mit ihrem Bündel an. Was soll das? Und dann begriff ich erst- sie hat sich wohl über

mich geärgert, weil ich sie fotografiert hatte und wollte dann wenigstens etwas damit verdienen.... Mit einer entschuldigenden Geste gab ich ihr natürlich ein wenig Geld und die beiden liefen forschen Schrittes vor uns her ins Dorf."

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Das sagen Mitfahrer:

"Euer Konzept 'So viel Leitung wie nötig und so viel Freiheit wie möglich' entsprach voll unserem Anspruch." 

Nicole & Achim aus München

 

"Wir sehen die Menschen in Marokko jetzt mit anderen Augen... es ist ein sehr freundliches und kontaktfreudiges Volk!"

Suzanne & Giancarlo aus der Schweiz

 

"Die Tour war super. Der Wechsel von Aktion und Ruhe, Städtetrubel und Abgeschiedenheit in der Natur, das Zusammentreffen mit Einheimischen, die kulinarischen Höhepunkte - alles war gut ausgewählt und wohl organisiert. Wir hätten viel versäumt ohne Euch!"

Jule und Hans